Wetterregeln / Bauernregeln

Piepenbrink Bauernregeln sind aus Beobachtung nacheinander folgender Umstände entstanden und wurden über Generationen weitergegeben. Eine Bauernregel versucht, aus bestimmten Wetterlagen Vorhersagen und Rückschlüsse auf später kommende Ereignisse zu treffen. Die meisten befassen sich mit der mittelfristigen Wettervorhersage, z.B. ausgehend vom Wetter oder anderen natürlichen Ereignissen an bestimmten Lostagen eines Monats oder dem Wetter eines ganzen Monats. Auch der Bezug auf Wetterboten ist weit verbreitet.


Januar Februar März April Mai Juni
Juli August September Oktober November Dezember

Durch sorgfältige Beobachtungen des Wettergeschehens über viele Jahrzehnte hinweg entstanden nach und nach die Bauern- und Wetterregeln.

Bauernregeln / Wetterregeln  und  Jahreszeiten

Früher war die vorherrschende Meinung, dass Bauernregeln nur selten richtig liegen. Als man jedoch zum Ende des 20. Jahrhunderts begann, sie statistisch zu überprüfen und auf das Entstehungsgebiet der jeweiligen Regel achtete, stellte man schnell fest, dass Bauernregeln als Erfahrungswerte relativ häufig zutreffen waren. Auch der Meteorologe Jörg Kachelmann hatte im Jahr 2004 mehrfach in Fernsehinterviews darauf hingewiesen dass die Entstehungszeit jeder Regel und eine eventuelle Verschiebung des Kalendariums mit in Betracht gezogen werden muss - denn die Einführung des Gregorianischen Kalenders hat viele alte Bauernregeln "aus dem Tritt gebracht". Berücksichtige man dies jedoch, sind viele regionale Regeln von sehr großer Zuverlässigkeit.

Es gibt drei Arten von Jahreszeiten:  astronomische,  meteorologische,  phänologische.

Da die astronomischen Ereignisse wie Winter-Sonnenwende, Frühlings-Äquinoktium (Tag- und Nachtgleiche) usw. für den Normalbürger ziemlich uninteressant sind, wurde 1780 auf Anregung der Pfälzischen Gesellschaft für Meteorologie der Begriff "Meteorologischer Winteranfang" eingeführt. Entsprechendes gilt für die anderen Jahreszeiten-Anfänge. Unter dem Begriff Winter wird normalerweise die kalte Jahreszeit verstanden. Die Winter-Sonnenwende ist aber der Zeitpunkt, ab dem die Tage wieder länger werden. Daher müsste eigentlich dieser Tag in der Mitte des Winters liegen. Wegen meteorologischen Verzögerungseffekten wäre dies aber zu früh. Die meteorologischen Jahreszeiten-Anfänge wurden (für die mittleren Breiten) auf den jeweils 1. des Monats gelegt, in dem der entsprechende astronomische Punkt liegt, also etwa 3 Wochen vorher (also 1.12., 1.3., 1.6., 1.9.). Dies entspricht der Erfahrung der europäischen Meteorologen und der Normalbürger. International setzte sich die meteorologische Jahreszeit bei den Wissenschaftlern in den 20er Jahren durch. Dafür sprachen natürlich auch statistische Gründe: Mit den Daten ließ sich einfacher umgehen, wenn der Beginn der Jahreszeiten auf den jeweils Ersten eines Monats fällt. (nach einer Zeitungsnotiz vom 29.11.97, AZ Mainz)

astronomische Jahreszeiten für die Jahre 2007 bis 2014

 FrühlingSommerHerbstWinter
200721.03. bis 20.06.21.06. bis 22.09.23.09. bis 21.12.22.12. bis 19.03.
200820.03. bis 20.06.21.06. bis 21.09.22.09. bis 20.12.21.12. bis 19.03.
200920.03. bis 20.06.21.06. bis 21.09.22.09. bis 20.12.21.12. bis 19.03.
201020.03. bis 20.06.21.06. bis 22.09.23.09. bis 21.12.22.12. bis 20.03.
201121.03. bis 20.06.21.06. bis 22.09.23.09. bis 21.12.22.12. bis 19.03.
201220.03. bis 20.06.21.06. bis 21.09.22.09. bis 20.12.21.12. bis 19.03.
201320.03. bis 20.06.21.06. bis 21.09.22.09. bis 20.12.21.12. bis 19.03.
201420.03. bis 20.06.21.06. bis 22.09.23.09. bis 21.12.22.12. bis 20.03.



Januar

Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rauh.
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß.
Wenn der Frost im Januar nicht kommen will, so kommt er im März oder April.
Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.

06.01.   Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter.
             Ist Dreikönig hell und klar, gibts viel Wein in diesem Jahr.
10.01.   An Amalie Sonnenschein, bringt viel Korn und Weizen ein.
17.01.   Wenn an Antoni die Luft ist klar, gibt es ein trockenes Jahr.
22.01.   Vinzenz Sonnenschein bringt viel Korn und Wein.
             Watet Vinzenz im Schnee, gibts viel Heu und Klee.
25.01.   Heute klar - ein gutes Jahr.      Heute Regen, schlechter Segen.
             Ist Pauli Bekehrung hell und klar, so hofft man auf ein gutes Jahr.
30.01.   Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein
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Februar

Der Februar muß stürmen und blasen, soll das Vieh im Lenze grasen.
Mucken die im Februar summen, oft auf lange Zeit verstummen.
Nebel im Februar, bringt Regen oft im Jahr.
Ist´s im Februar kalt und trocken, so wird´s im August heiß.
Je nasser ist der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr.
Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß.
Hüpfen Eichhörnchen und Finken, siehst du schon den Frühling winken.

02.02.   Lichtmeß hell und rein, wird ein langer Winter sein.
             Lichtmeß im Klee, Palmsonntag im Schnee.
             Der Lichtmeß-Sonnenschein, bringt großen Schnee herein.
05.02.   St. Agatha, die Gottesbraut, macht daß Schnee und Eis gern taut.
06.02.   Dorothe viel Schnee - Sommer guten Klee.
09.02.   Apollonia feucht - Winter spät entfleucht.
12.02.   Eulalla Sonnenschein bringt viel Obst und Wein.
28.02.   Romanus hell und klar, bedeutet ein gutes Jahr
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März

Märznebel bringt keine Not, aber Aprilnebel nimmt Wein und Brot.
Märzenschnee tut den Saaten weh.

01.03.   Albin Regen, kein Erntesegen.
03.03.   Donner um Kunigund, treibts der Winter bunt.
07.03.   Perpetua kalt, Winter lang.
10.03.   So wie heut, bleibts vierzig Tag - 40 Ritter kalter Wind, noch 40 Tage windig sind.
11.03.   Gregori zeigt dem Bauern an, ob im Feld er sähen kann.
12.03.   Weht an Gregorius der Wind, noch 40 Tage windig sind.
15.03.   Lukretia feucht, bleiben die Kornsäcke leicht.
17.03.   Ist St. Gertrud sonnig, so wird´s dem Gärtner wonnig.
19.03.   Josephi klar, ein gutes Jahr.
25.03.   Ist marien schön und rein, wird das Frühjahr fruchtbar sein.
             Heute klar, ein gutes Jahr.   
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April

Wenn der April stößt rauh ins Horn, so steht es gut um Heu und Korn.
Wenn der April Spetakel macht, gibt´s Heu und Korn in voller Pracht.
April windig und trocken, läßt das Wachstum stocken.
Bläst der April mit beiden Backen, gibt´s genug zu jäten und hacken.

08.04.   Walter naß, Sommer dürr.
23.04.   Georgi spat oda fruh, bringt greane Schuah.
             Ist Georgi mild und schö, wird man bald schlecht Wetter sehn.
25.04.   Ist vor Markus warm, frierts hernach bis in den Darm.
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Mai

Ist der Mai feucht und kühl, gibt es Frucht und Futter viel.
Trockener Mai - Wehgeschrei, feuchter Mai - bringt Glück herbei.
Mitte Mai ist der Winter vorbei.

04.05.   Der Florian noch schneien kann.
12.05.   Pankraz (1. Eisheiliger).
13.05.   Servaz  (2. Eisheiliger).
14.05.   Bonifaz (3. Eisheiliger).
15.05.   kalte Sophie.
25.05.   Wetter an Urban, hält 20 Tage an.
             Wetter an St. Urban, zeigt des Herbstes Wetter an.
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Juni

Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen.

01.06.   Justin klar, gutes Jahr.
08.06.   Regnets an St Metard, regnets 40 Tag.
11.06.   St. Barnabas nimmer die Sichel vergaß, hat den längsten Tag und das längste Gras.
12.06.   Fortunat klar, gutes Jahr.
14.06.   Schafskälte.
16.06.   Wer auf Benno baut, kriegt auch viel Kraut.
24.06.   Sommersonnwende      Regen am Johannitag, gibt viel Körner in den Sack.
27.06.   Heute Regen, 7 Wochen Regen.
29.06.   Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr.
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Juli

Wenn der Juli fängt zu tröpfeln an, wird man lange Regen ham.
Juliregen nimmt Erntesegen.
Baut die Ameis' im Juli groß den Hauf, folgt ein strenger Winter drauf.
Schnappt im Juli das Weidevieh nach Luft, riecht es schon Gewitterluft.
Noch nie ward der Bauer arm, war's im Juli feucht und warm.
Wenn im Juli die Immen noch bau'n, kannst du dich nach Holz und Torf umschau'n.
Im Juli recht viel Sonnenschein, wird jedem Bauern willkommen sein.
Donnert's viel im Julius, gibt's später noch manchen Regenguß.

10.07.   Sind die sieben Brüder naß, regnets ohne Unterlaß.
             Ist Siebenbrüder ein Regentag, so regnet's noch sieben Wochen danach.
20.07.   St. Margareth Regen, 30 Tage Regen.
             Die erste Birn bringt Margaret, drauf überall die Ernt angeht.
22.07.   Hundstag Anfang.
25.07.   St. Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein.
             Jakobi trocken, Winter hart.
26.07.   Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei.
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August

Was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen.
Fängt der August mit Hitze an, bleibt auch sehr lang die Schlittenbahn.

01.08.   Portlunkulawoche heiß, Winter lang und weiß.
07.08.   St. Afra im Regen, kommt dem Bauern ungelegen.
10.08.   Laurenzi schön, Herbst schön.
13.08.   Wetter an St. Kassian, hält mehrere Tage an.
16.08.   Wenn St. Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut.
24.08.   Hundstag Ende.
             Gewitter, die nach Bartholomäi kommen, werden nicht heftig.
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September

Ist der September lind, ist der Winter ein Kind.
Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr.
Wenn der September Gewitter macht, fällt tiefer Schnee um Weihnacht.
Im September kommt der Regen dem Bauern stets gelegen,
doch wenn er den Winzer trifft, ist er so wie Gift.
Wenn der September noch donnern kann, setzen die Bäume viel Blüte an.

01.09.   das Wetter an Ägidius, 30 Tage bleiben muß.
07.09.   Regina warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig.
08.09.   Wetter an kloan Frauentag, 8 Wochen bleiben mag.
15.09.   St. Ludmilla bringt gern Wind und Regen.
18.09.   St. Lantpert klar und rein, wird das Frühjahr trocken sein.
21.09.   Wies Matthäus treibt, es vier Wochen bleibt.
22.09.   Zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm er bringen muß.
29.09.   Auf nassen Michaelitag, nasser Herbst folgen mag.
             Fallen die Eicheln vor Michaelis ab, gehts mit der Wärme schnell bergab.
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Oktober

Wenn rauh und dick des Hasen Fell, dann schaufle Holz und Kohlen schnell.
Hält der Oktober das Laub, wirbelt zu Weihnachten Staub.
Nichts kann mehr vor Raupen schützen, als im Oktober Eis auf Pfützen.
Wenn Bucheckern geraten wohl, Nuß- und Eichbaum hängen voll,
so folgt ein harter Winter drauf und fällt Schnee mit großem Hauf.

09.10.   Donisl naß, Winter naß.
16.10.   St. Gallus trocken, nächster Sommer trocken.
18.10. An St Lukas soll das Korn gesät sein.
21.10.   Ursula beginn, zeigt auf den Winter hin.
28.10.   Simon und Judas, fegt das Laub in die Gass.
31.10.   Wolfgang Regen, nächstes Jahr voll Segen.
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November


11.11.   St. Martin weiß, Winter lang und kalt.
19.11.   St. Elisabeth zeigt an, was der Winter für ein Mann.
21.11.   Mariä Opferung klar und hell, gibt´s im Winter Wolfsgebell.
25.11.   So wie der Tag ist zu Kathrein, so wird der nächste Januar sein.
30.11.   St. Andreas Schnee, tut dem Korne weh.
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Dezember

Dezember lind, der Winter ein Kind.
Viel Wind und Nebel in Dezembertagen, schlechter Frühling und schlechtes Jahr ansagen.
Ist Dezember mit viel Regen, bringt´s nächste Jahr kein Segen.
Viel Regen, wenig Schnee. tut Äckern und Bäumen weh.

04.12.   Barbara in Grünen, Christkind im Schnee.
             Zweige schneiden zu St. Barbara - Blüten sind bis Weihnachten da.
06.12.   St. Nikolaus spült die Ufer aus.
17.12.   St. Lazarus nackt und bar, macht einen linden Februar.
25.12.   Sitzt die Krähe zu Weihnacht im Schnee, sitzt sie Ostern dafür im Klee.
             Heute Sturm viel Obst im neuen Jahr.
31.12.   Ein warmer Silvester, ist nicht unser Bester.
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